Lieder-Soiree:

Inhalt:

Ob als Violetta Valéry und ihr Schwiegervater in spe in „La traviata“ oder als Vogelkönig Wiedehopf und seine Dienerin Zaunschlüpfer in Braunfels‘ „Die Vögel“ – Galina Benevich und Sam Park sind ein dynamisches Duo. Bei dieser Lieder-Soiree präsentieren die Sopranistin und der Bariton ihre starken und wandelbaren Stimmen.

Termine:

https://www.staatstheater-wiesbaden.de/ Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Str. 3, 65189 Wiesbaden
Mo
12 01 2026
19 Uhr
25 €

Programm:

Vincenzo Bellini (1801–1835)
Dolente immagine di Fille mia
Vaga luna, che inargenti
aus: Tre ariette inedite
Francesco Paolo Tosti (1846–1916)
Non t’amo più!
Ideale
Ottorino Respighi (1879–1936)
Quattro Rispetti Toscani, P. 103
Pause
Cho Doo-nam (1912–1984)
산촌 (Sanchon – Bergdorf)
Jang Il-nam (1932–2006)
기다리는 마음 (Kidarineun Maeum – Das wartende Herz)
Sergei Rachmaninoff (1873–1943)
Sechs Lieder op.38
Sergei Rachmaninoff (1873–1943)
산아 (San-ah – O Berg)
Johannes Brahms (1833–1897)
„Die Meere“ op. 20 No. 3

Liedtexte:

Gagok:

Cho Doo-nam (1912–1984)
산촌 (Sanchon – Bergdorf)
Der Klang des Ochsenkarrens zieht um den Bergpass
und das Mädchen, das Wasser trägt, ist so schön wie eine Blume.
Ich öffne das Gartentor und schaue auf die Felder,
wo das Getreide im hellen Morgenlicht golden glänzt.
In diesem Dorf, das nach Kürbisblüten duftet –
wer würde dieses Leben jemals satt bekommen?
Das Wiehern eines Fohlens schallt über den Hügel
und die Wolken ziehen schweigend über den Bach.
Der Bauernwein ist gut gereift, wir hoffen auf eine reiche Ernte
und auf jedem verschwitzten Gesicht leuchtet ein Lächeln.
Jang Il-nam (1932–2006)
기다리는마음 (Kidarineun Maeum – Das wartende Herz)
Wenn die Sonne über dem Ilchul-Gipfel aufgeht, so rufe mich.
Wenn der Mond über dem Wolchul-Berg aufsteigt, so rufe mich.
Obwohl ich warte und immer wieder warte, kommt der Geliebte nicht,
Und beim Klang des Waschens und des Spinnrads vergoss ich Tränen.
Wenn die Glocke im Bongdeok-Tempel läutet, so rufe mich.
Wenn die Wellen auf jenem Meer schlagen, so rufe mich.
Obwohl ich warte und immer wieder warte, kommt der Geliebte nicht,
Und beim Rauschen der Brandung und der Wellen vergoss ich Tränen.
Shin Dong-soo (*1958)
산아 (San-ah – O Berg)
O Berg, du Berg meiner geliebten Heimat,
Am Ende muss ich dich nun verlassen und gehen.
Du bist das Gewicht meines Herzens, die gewaltigen Schwingen meiner Seele.
O Liebe, die du deine Arme um meinen Nacken schlingst
und mich so schmerzlich zum Weinen bringst.
O Berg, du Berg meiner Heimat, leb wohl.
O du Zuflucht, in die ich selbst nach dem Tode heimkehren werde.


Sechs Lieder op.38

Sergei Rachmaninoff (1873–1943)
:

Sechs Lieder op.38

deutsche Übersetzung von Berthold Feiwel:
1. Ночью в саду у меня (Nächtlich im Garten)
Text: Alexander Blok
Nächtlich im Garten bei mir
Schluchzet die klagende Weide.
O, wie untröstlich sie ist, Ärmste sie,
Traurige Weide.

Jugendlich glänzet und prangt
Morgenrot, holdestes Mädchen.
Weide doch schluchzt, ihr ist wehe,
Träne verrinnt im Gelock.
2. К ней (Zu ihr)
Text: Andrei Bely
Tau schlingt ums Gras den Perlenkranz.
Fernher kommen mir bangende Grüße,
so bang und hold zugleich...
Liebliche, kommst du? Liebliche!

Abend entflammt in Strahlenflut,
Abend erblüht in Rosenglut,
sehnende Arme warten dein…
Liebliche, kommst du? Liebliche!

Sehnende Arme warten dein,
Braut du in Lethes Wasserschoß
schimmernder Lethe Wasserschoß...
Liebliche, kommst du? Liebliche!
3. Маргаритки (Margeriten)
Text: Igor Sewerjanin
Tau schlingt ums Gras den Perlenkranz.
Fernher kommen mir bangende Grüße,
so bang und hold zugleich...
Liebliche, kommst du? Liebliche!

Abend entflammt in Strahlenflut,
Abend erblüht in Rosenglut,
sehnende Arme warten dein…
Liebliche, kommst du? Liebliche!

Sehnende Arme warten dein,
Braut du in Lethes Wasserschoß
schimmernder Lethe Wasserschoß...
Liebliche, kommst du? Liebliche!
4. Крысолов (Der Rattenfänger)
Text: Waleri Jakowlewitsch Brjussow
Spiel ein Liedlein auf der Flöte
Tra-la-la-la-la-la-la!
Spiel ein Liedlein auf der Flöte,
Wem zur Freude ist es da.

Horch, das Bächlein murmelt leise,
Tra-la-la-la-la-la-la.
Und die Lämmchen ruh‘n im Kreise,
still die Felder fern und nah.

Schlaft Ihr Lämmchen, wohl behütet
Tra-la-la-la-la-la-la.
Hinter Wiesen, rot beblütet,
hoch steh‘n schlanke Papeln da.

Steht ein Häuschen dort am Saume,
Tra-la-la-la-la-la-la.
Holdes Kind, es fühlt im Traume,
wie mein Herz dem ihren nah.

Und der Flöte zartem Worte,
Tra-la-la-la-la-la-la,
folgt sie hin zum sicher‘n Orte,
schnell und scheu, ob's keiner sah.

Dann in dunkler Eiche Schatten,
Tra-la-la-la-la-la-la,
ruhn wir still, wenn Schlafs Ermatten
alles bannt, so fern, so nah.

O, wie will ich sie umfassen,
Tra-la-la-la-la-la-la!
Küssen bis zum Sternerblassen,
müd vom Glück, das uns geschah.

Treu' dann tauschend mit den Ringen,
Tra-la-la-la-la-la-la,
seh‘n wir zu der Lämmlein Springen.
Hoch stehn schlanke Pappeln da,
Tra-la-la-la.
5. Сон (Der Traum)
Text: Fjodor Sologub
Nichts hält Sehnsucht gebannt,
nichts lockt so wie der Traum.
Zauber ist sein Gewand
und die Stille sein Saum.

Seine Lippen umschwingt
weder Lächeln noch Leid;
doch aus Augen tief blinkt
Trostes köstlich Geschmeid‘.

Seiner Flügel Paar reicht
schimmernd weit, oh, so weit,
und ist leicht, oh, so leicht
wie die Dämmernachtszeit.

Unfassbar, wie er trägt,
und wohin und wozu,
der die Flügel nicht regt
in erhabener Ruh ...
6. АУ! (Au!)
Text: Konstantin Dmitrijewitsch Balmont
Dein Lachen sang, ein Märchen war‘s, ein bunt‘ Berücken,
Es rief, als wie im Traum der Flöte Sang.

Und jetzt, mit Kranz und Lied, nah' ich mich, dich zu schmücken,
So komm empor mit mir den Bergeshang.

Doch wo bist du?
Der Fels nur tönt wie sanfte Glocken.
Und Licht an Licht entflammt der Blumen Reih‘.
Es lacht, mich tief hinab, hinab zum Grund zu locken.

Ich sing, es sucht.
„Au!“, „Au!“ – mein Schrei.